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Der
Bezirk Hellersdorf 1986 2000
Am
1. Juni 1986 wurden die Ortsteile Hellersdorf, Kaulsdorf und
Mahlsdorf aus dem Bezirk Marzahn herausgelöst und der neue
Stadtbezirk BerlinHellersdorf gebildet. In ihm lebten zu diesem
Zeitpunkt rund 54.000 der Ende 1985 gut 190.000 Einwohner des
Bezirkes Marzahn. Jeweils etwa die Hälfte der Hellersdorfer
wohnte in den Siedlungen und Neubaugebieten. Der Wohnungsbau in der
Großsiedlung hatte einige Jahre zuvor begonnen, 1981 waren die
ersten Bewohner eingezogen. Eine Hellersdorfer Spezifik war, dass
hier Bauleute aus allen Bezirken der DDR vertreten waren, die jeweils
ihr eigenes Baufeld erhielten. Die einzelnen Wohngebiete wiesen so
gewisse architektonische Unterschiede auf. Auch konzentrierte sich
hier der Wohnungsbau auf fünf und sechsgeschossige Häuser.
In Hellersdorf war der Ausbau der Infrastruktur bis 1989 noch
unzureichend, vorrangig waren Schulen, Kindergärten und
Kaufhallen entstanden. Eine große Verbesserung brachte ab dem
Sommer 1989 die Verlängerung der U Bahnlinie nach Hönow,
wobei der Bahnhof Wuhletal der einzige in Berlin mit einem
gemeinsamen Bahnsteig für S und U Bahn ist.
Zum
Zeitpunkt der"Wende" war der Wohnungsbau in Hellersdorf,
anders als in der Marzahner Großsiedlung, nicht beendet. Ende
1990 waren von den geplanten über 44.000 Wohnungen noch etwa
5.500 fertigzustellen. Im geplanten Stadtteilzentrum standen nur das
Gebäude der SED Kreisleitung und die Poliklinik. Es fehlte
an Geschäften und Dienstleistungseinrichtungen. Die Bauarbeiter
aus den anderen Bezirken der DDR wurden ab Herbst 1989 abgezogen, da
in ihren Heimatorten die Bausituation oft noch schwieriger war als in
Ostberlin. Neue Konzepte für die Großsiedlung mussten
entwickelt und umgesetzt werden. Es begann die Sanierung und
Modernisierung des vorhandenen Bestandes. Zahlreiche
Kinderspielplätze und Grünflächen entstanden. Vieles,
was in Hellersdorf geschah, ist beispielhaft für andere
Großsiedlungen. Nicht zuletzt deshalb beteiligte sich der
Bezirk mit dem "HellersdorfProjekt" an der EXPO 2000. Wie
anderswo auch verbesserte sich die Lebensqualität der Einwohner
durch die Eröffnung von Einkaufs oder
Dienstleistungszentren, Arztpraxen oder anderen Einrichtungen.
Wirtschaftlich wies Hellersdorf anders als Marzahn vor
1990 nur mit dem VEB Elektromechanik Kaulsdorf einen überregional
bedeutsamen Betrieb auf. Er war wie andere Unternehmen der
Konkurrenzsituation nicht gewachsen. Mit der Auflösung der
landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften und des Volkseigenen
Gutes endete auch im Bezirk Hellersdorf die Geschichte der
Landwirtschaft. Das Aus für die Gärtnerischen
Produktionsgenossenschaften bedeutete auch die Schließung der
meisten Gärtnereien. Dagegen entstanden im
Dienstleistungsbereich zahlreiche kleinere Betriebe. Zwischen 1993
und 1998 wurde in Mahlsdorf an der B 1/5 ein 13 ha großer
Gewerbepark errichtet. Die Familie Schilkin erhielt ihren 1972
verstaatlichten Betrieb in Kaulsdorf zurück. Ab 1995 gründeten
sich auch in Hellersdorf Unternehmervereine, die sich zum Verband der
Wirtschaftskreise Hellersdorf zusammenschlossen.
Viel
tat sich nach 1990 in Mahlsdorf und Kaulsdorf, wo 1989/1990 die
jahrzehntelange Vernachlässigung dieser Ortsteile heftig
diskutiert wurde. In Mahlsdorf erfolgte die Neugestaltung des
Gutsparkes nach historischen Vorlagen. Im Dorfkern von Kaulsdorf, der
obwohl unter Denkmalschutz stehend in der DDR immer
mehr verfiel, wurden und werden neue Häuser errichtet. 1998
initiierten der Seniorchef der Fa. Schilkin und die
Wohnungsbaugesellschaft Hellersdorf eine Spendenaktion zum
Wiederaufbau des neogotischen Turmhelms der Jesuskirche, der im
Zweiten Weltkrieg zerstört worden war. Durch die Sammlung, die
rund 500.000 DM erbrachte, konnte das Vorhaben realisiert und die
neue Turmspitze 1999 aufgesetzt werden. Schon 1990 fand im neuen
Gemeindezentrum der Johannischen Kirche in der Dorfstraße der
erste Gottesdienst statt. In Hellersdorf erhielt die 1987 gegründete
Evangelische Kirchengemeinde ein Gemeindezentrum, das 1991 eingeweiht
wurde. Die Situation des Hellersdorfer Gutes gestaltete sich hingegen
schwierig. Zwar wiesen 1991 bis 1995 städtebauliche Gutachten
bedeutende Entwicklungspotentiale aus, doch steht die Umsetzung
weiterhin aus. Nicht zuletzt entstanden vor allem in Kaulsdorf und
Mahlsdorf zahlreiche Siedlungshäuser, die die Einwohnerzahl
deutlich erhöhten.
Kommunalpolitisch
begann die "Wende" auch in Hellersdorf mit der Bildung
eines Runden Tisches, der von Mitte Januar bis Mitte Mai 1990
bestand. Nach den Kommunalwahlen im selben Jahr wurde Marlitt Köhnke
(SPD) Bezirksbürgermeisterin. Ab 1992 amtierte Bernd Mahlke
(SPD), seit 1995 Dr. Uwe Klett (PDS). 1997 wurde das
Bezirkszentrum"Helle Mitte" eingeweiht und im folgenden
Jahr dort das Rathaus von Hellersdorf eröffnet. Seit 1998 ist
Hellersdorf das erste Mal in seiner Geschichte Hochschulstandort,
nachdem die "Alice Salomon Fachhochschule für
Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin" ihren Lehrbetrieb
aufnahm. 1995 bzw. 1997 feierten Mahlsdorf und Kaulsdorf den 650.
Jahrestag ihrer ersten urkundlichen Erwähnung.
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Am
1. Januar 2001 wurden im Rahmen der BerlinerVerwaltungsreforrn
Marzahn und Hellersdorf erneut ein gemeinsamer Bezirk, der den Namen
Marzahn Hellersdorf trägt. Dr. Uwe Klett (PDS) wurde
Bürgermeister. Seitdem läuft der nicht einfache Prozess des
Zusammenwachsens der fünf Ortsteile, die historisch
gesehen viele Gemeinsamkeiten haben.
Text: Dr.
Christa Hübner / Dr. Monika Ranke, Fotos: Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf
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