An
den Ahrensfelder Bergen
Der
Eichepark wird im Süden begrenzt durch die Ahrensfelder Berge.
Für die Verhältnisse des Barnim ragen diese
Hügel sehr steil aus der Ebene empor. Das untypische
Geländeprofil erklärt sich damit, dass sie von 1981
bis 1991 als Bauschuttdeponie genutzt und dabei künstlich
überhöht wurden. Vor der Nutzung als Bauschuttkippe
gab es hier zwei Berge, den Roll-Berg und den Schiefen Berg. Beides
waren typische eiszeitliche Wallrücken mit abgelagerten Kiesen
und Sanden. (Der Weidengrund
an der Nordwestseite der Ahrensfelder Berge war früher eine
Kiesgrube, heute hat er den naturschutzrechtlichen Status eines
Geschützten Landschaftsbestandteils). Durch die
künstliche Aufschüttung gewannen die Hügel
beträchtlich an Höhe. Der etwas höhere,
westlich gelegene Schiefe Berg "wuchs" von 66,9 auf 112 m NN. Diese
Anhöhe gestattet eine weite, ungehinderte Aussicht nach allen
vier Himmelsrichtungen. Die Stadtrandlage wird hier anschaulich
erlebbar.
Am Fuße der Ahrensfelder Berge erreicht der
Klärwerksableiter, vom Seelgrabental kommend, das Wuhletal.
Dieser Kanal, der die Bezeichnung 'Neue
Wuhle'
erhielt, leitet das Klarwasser aus dem Klärwerk Falkenberg in
die Spree.
Außer dem geklärten Wasser fließt hier
auch Regenwasser aus dem Straßenland und aus bebauten
Gebieten ab. Die Form des Kanals ist durch seine Funktion bestimmt:
Tief eingeschnitten in den Boden und möglichst geradlinig
zieht er sich durch die Landschaft, damit das Wasser so schnell wie
möglich abfließen kann.
Die Natur hat sich auch dieses künstliche Gewässer
wieder angeeignet. Die Neue Wuhle bietet heute für bestimmte
Pflanzenarten und Tiere, insbesondere für Libellen, Amphibien
und einzelne Vogelarten, einen wertvollen Lebensraum. Beachtung
verdient insbesondere die Vegetation im Gewässer. Allerdings
deutet das Vorkommen von Wasserpflanzenarten mit hohen
Nährstoffansprüchen auf eine recht hohe
Nährstoffbelastung des Gewässers hin. Auch geht von
dem Kanal eine gewisse Geruchsbelästigung aus.
Seit Mitte der neunziger Jahre steht fest, dass das Klärwerk
Falkenberg im Jahr 2002 seinen Betrieb einstellen wird. Nach Ansicht
der Fachleute wird das erneut erhebliche Auswirkungen für das
Wuhletal haben. Engagierte Naturschützer sehen hier aber auch
eine Chance, für die Wuhle und die Niederung
Verhältnisse zu schaffen, die dem ursprünglichen
Zustand nahe kommen ("Renaturierung"). Dabei geht es vor allem darum,
durch Regenwasserbewirtschaftung und andere Maßnahmen eine
stabile Wasserführung der Alten Wuhle zu
gewährleisten, da nur so die Feuchtbiotope erhalten und die
Moorböden geschützt werden können.
Von den Ahrensfelder Bergen bis zur Eisenacher Straße
fließen Neue und Alte Wuhle nebeneinander. Die Ufer der
beiden Fließgewässer werden von zahlreichen
Büschen und Bäumen gesäumt. Vor allem auf
der östlichen Seite der Alten Wuhle ist der
Gehölzbewuchs des Ufers fast lückenlos.
Am Fuß der Ahrensfelder Berge entstand in den letzten Jahren
eine naturnahe Parkanlage, die auf südlicher und westlicher
Seite die Hügel landschaftlich umrahmt.
In der Nähe
der Landsberger Allee
liegt in dieser Anlage der Fasanenpfuhl, ein künstlich
geschaffenes,
aber natürlich bewachsenes Regenrückhaltebecken. Der
Fasanenpfuhl ist
ein relativ sauberes, artenreiches Gewässer. Bemerkenswert ist
die
Vielfalt der hier auftretenden Röhrichtgesellschaften.
Auffällig ist auch das dichte Weidengehölz, das im
Südwesten des Beckens heranwächst. Der Fasanenpfuhl
ist zudem ein wichtiger Lebensraum für Libellen und andere an
feuchte
Lebensstätten gebundene Tierarten. Auch das Artenspektrum bei
Insekten,
insbesondere bei Schmetterlingen, ist relativ breit.
Kurz
vor der Brücke an der Landsberger Allee unterquert die Alte
Wuhle
in einem "Düker" den Klärwerksableiter. Alte und Neue
Wuhle passieren
die Straße in getrennten Unterführungen, aber mit
vertauschten Seiten.
Südlich der Landsberger Allee verlaufen Alte und Neue Wuhle in
einem
breiten Grünzug. Bis zur Eisenacher Straße ist auf
beiden Seiten die
städtische Bebauung weit zurückgesetzt. Die
Nähe der Stadt macht sich
dennoch auf vielfache Weise bemerkbar, unter anderem durch Elemente der
städtischen Infrastruktur wie Starkstromleitungen und eine
Fernheiztrasse, die die Alte und Neue Wuhle in der Nähe der
Landsberger
Allee überquert.
Das Relief steigt zu
den Häusern hin deutlich an, so dass die
Talsituation wieder klarer hervortritt. Diese Wirkung wird im Bereich
des neuen Wohngebietes Landsberger Tor durch gartenarchitektonische
Maßnahmen noch weiter verstärkt. Auf Hellersdorfer
Seite liegen
zwischen Bebauungsgrenze und Neuer Wuhle weite baumlose
Freiflächen. Im
Hangbereich zum Wuhletal kann man noch ein terassenförmiges
Geländeprofil erkennen. Hierbei handelt es sich ebenfalls um
ein Relikt
der Rieselfelderzeit.
Auf westlicher Seite wurde in jüngster Zeit zwischen Wuhle und
dem neuen Wohngebiet Landsberger Tor der Wuhlepark
angelegt. In einen weitläufigen Wiesenraum wurden
künstliche Elemente
sowie Spiel- und Kletterorte für ältere Kinder und
Jugendliche
integriert. In Wuhlenähe befindet sich auch eine Anlage, die
der
Sammlung und Reinigung des Regenwassers aus dem Wohnquartier dient.
Diese lokale Versickerung des Regenwassers im Wuhletal ist
ökologisch
weitaus sinnvoller als dessen schnelle Ableitung über die
Wuhle oder
den Klärwerksableiter.
Die Alte Wuhle wird
zwischen Landsberger Allee und Eisenacher
Straße
von einem interessanten Gehölzstreifen gesäumt.
Hervorzuheben ist die
alte Weide in unmittelbarer Nähe zur Eisenacher
Straße, mit der dieser
Gehölzsaum einen wirkungsvollen Abschluss findet.
Als naturnahe Grünanlage sollen die uferbegleitenden
Gehölze und
Hochstaudenfluren zwischen Landsberger Allee und Eisenacher
Straße auch
künftig erhalten bleiben. Hier dürfte sich ein
interessanter Kontrast
zu den gestalteten Grünflächen des Wuhleparks ergeben.