Quellgebiet
und Oberlauf
Die
Wuhle entspringt in der
Nähe von Ahrensfelde. Eine "richtige" Quelle ist hier aber
nicht
mehr zu finden. Weite Teile des Quellgebietes bedeckt heute der
Ostfriedhof Ahrensfelde, der 1908 angelegt wurde.
Seit dem Abschmelzen der Gletschereisberge wird die Wuhle von Grund-
und Versickerungswasser gespeist. Ihr sichtbarer Beginn ist ein
schmaler Graben in der Nähe der Bahnstation
Ahrensfelde-Friedhof.
Von hier bis zu ihrer Mündung in die Spree legt die Wuhle 16,4
km
zurück und überwindet einen Höhenunterschied
von ca. 30
Metern.
Zunächst bewegt sich die Wuhle durch besiedelte Gebiete: erst
durch das neu errichtete Wohngebiet Ahrensfelder Dreieck, wo sie in
eine ansprechende parkähnliche Gestaltung einbezogen wurde,
dann
durch den Ortskern von Ahrensfelde, den sie in einem schmalen,
betonierten Kanal durchfließt.
Südlich des Dorfes Ahrensfelde ist das Wuhletal zum ersten Mal
als
eine breite Senke wahrnehmbar. Es vereinigt sich hier mit dem Tal des
in der Blumberger Flur entspringenden Wuhlgrabens, einem wichtigen
Nebenfließ der Wuhle.
Auf östlicher Seite dehnen sich Wiesen aus, die durch
Entwässerung eines Flachmoors gewonnen wurden. In diesem
Bereich
besteht noch Kontakt zur offenen Landschaft, der für die
Tierwelt
im gesamten Wuhletal sehr wichtig ist.
Auf dem westlichen Hang der Niederung liegt direkt an der Wuhle eine
kleine Siedlung, die noch zur Gemeinde Ahrensfelde gehört. Vom
Ende dieser Siedlung bis zur Landsberger Allee bildet die Wuhle die
Grenze zwischen Berlin und Brandenburg. Auf engem Raum erfolgt hier der
Übergang vom Rand der städtischen Bebauung, der
"Stadtkante",
zur ländlichen Umgebung. Südlich der Siedlung weitet
sich das
Tal auch auf westlicher Seite wieder aus. Der Wuhlelauf wird durch alte
Bäume markiert, während der Raum bis zu den
erhöht
liegenden Häusern der Großsiedlung Marzahn durch
Hochstaudenfluren und Weidengebüsch geprägt ist. Auf
östlicher Seite beginnt weiter südlich der Ortsteil
Hoheneiche. Von hier an bis zur Landsberger Allee ziehen sich auf
dieser Seite der Wuhle Siedlungen und Kleingartenanlagen hin, die den
Naturraum weitgehend überdecken.
Bevor sich die Landschaft westlich der Wuhle zum Eichepark hin
öffnet, ist auf beiden Seiten des Baches ein kleines
Wäldchen
von jungen Schwarz-Erlen herangewachsen. Das Wäldchen befindet
sich in einem Regenrückhaltebecken, in dessen nordwestlichem
Bereich der Grenzteich liegt.
Mit Ausnahme einer größeren freien
Wasserfläche am
westlichen Rand bedecken hohe, dicht stehende Schilfhalme die
Wasseroberfläche. Der Teich ist noch immer
verhältnismäßig reich mit Pflanzen- und
Tierarten
ausgestattet, wie sie für solche Feuchtgebiete typisch sind.
Durch
seine Lage am Rande der Wuhleniederung stellt der Grenzteich ein
wichtiges Glied in der Kette natürlicher Lebensräume
dar.
Zwischen Grenzteich und Ahrensfelder Bergen breitet sich auf westlicher
Seite eine weite Fläche aus, die in den nächsten
Jahren zu
einem
Landschaftspark - dem Eichepark - entwickelt werden soll. Als markanter
Punkt ragt schon jetzt ein künstlicher Kletterfelsen aus der
Ebene
heraus. Auch die Einzelpflanzungen von Bäumen und
Sträuchern
deuten auf
den künftigen Park hin. Historisch handelt es sich hier um
ehemalige
Rieselfelder, die in diesem Gebiet bis nahe an die Wuhle heranreichten.
Die Rieselfeldwirtschaft hat im Wuhletal noch heute sichtbare Spuren
hinterlassen. Dazu gehören auch die tiefen Gräben im
Eichepark, die
einst der Ableitung des Drainwassers aus den Rieselflächen
dienten.
Weiter in Richtung Westen schließt sich an den Eichepark
über die Kemberger Straße hinweg das Seelgrabental
an, das sich bis nach Falkenberg hinzieht. Dieser Landschaftsraum wurde
in jüngster Zeit als öffentliche
Grünfläche
gestaltet, die auch als
Teil einer Grünverbindung zwischen der Landschaft um
Falkenberg
(Parklandschaft Barnim) und dem Wuhletal gedacht ist.
Das Seelgrabental war ursprünglich ein Nebental der Wuhle.
Hier
gab es
ein Fließgewässer (den Südlichen
Seelgraben), das in
die Wuhle mündete,
und die beiden Niedermoore Erste und Zweite Kohlbeke, von denen noch
zwei Reste erhalten geblieben sind. Auch dieser Landschaftsraum wurde
durch die Rieselfeldwirtschaft und später durch die Errichtung
der
Großsiedlung stark verändert.