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Das Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus mit Parkanlage


Die Krankenhaus- und Parkanlage wurde zwischen 1890 und 1893 (erste Bauphase) und 1900 und 1903 (zweite Bauphase) als "Anstalt für Epileptische Wuhlgarten" erbaut. Die Anstalt, die am 18. November 1893 eröffnet wurde, ist nach Plänen des Stadt-Baurates Blankenstein (1829 – 1910) errichtet worden. Die Anlage hat eine Größe von ca. 100 ha. Die Anstalt konnte nach der zweiten Bauphase bis zu 1000 Erwachsene und 100 Kinder aufnehmen. Die von Blankenstein gewünschte Weiträumigkeit des Geländes war erforderlich, um sowohl repräsentative Grünanlagen und Erholungsgärten anzulegen, als auch gärtnerische und landwirtschaftliche Nutzflächen zur Verfügung zu haben, damit die Patienten hier wohnen, arbeiten und therapiert werden konnten.

Der großzügigen und weitsichtigen Gesamtplanung Blankensteins verdanken wir heute einen beachtlichen Baumbestand von ca. 3000 Bäumen unterschiedlichen Alters. Die am meisten gepflanzten Bäume in der Gründungszeit waren Ahorn, Esche, Eiche, Kastanie, Linde, Hainbuche, Birke, Robinie, Fichte, Kiefer, Douglasie und Eibe. Einige dieser Bäume, z. B. manche Eichen, waren schon vor dem Bau der Anstalt als Flurgehölze vorhanden. Sie befinden sich neben weiteren dendrologischen Besonderheiten wie Tulpenbaum, Tulpenmagnolie und Japanischer Schnurbaum noch heute in der Anlage.


Anlässlich der 75-Jahrfeier wurde die Anstalt nach dem bedeutenden Neurologen und Psychiater Wilhelm Griesinger (1817 – 1867), der an der Berliner Charité wirkte, benannt.

Bei der Errichtung der Anstalt wurde neben den geschlossenen Anstaltsgebäuden besonderer Wert auf den Bau kleiner niedriger Häuser im ländlichen Stil gelegt, in denen die Sicherheit in den Hintergrund trat. Auch auf eine Mauer oder Umzäunung der Anlage wurde verzichtet. Das gesamte Gelände war von einem Waldgürtel umgeben, dessen Reste noch am Blumberger Damm, entlang der S-Bahn an der Altentreptower Strasse, am Buckower Ring und entlang der Wuhle zu erkennen sind. Darüber hinaus ist die Anlage durch die Wuhle begrenzt. Die Beamtenwohnhäuser und die Häuser der Männer- und Frauenkolonie waren lediglich von Hecken umgeben.

Aufgrund des dichten Baumbestandes, der Hecken und Wiesenflächen bietet die Anlage Nist- und/oder Nahrungsmöglichkeiten für Vögel wie Nachtigall, Fasan und Turmfalke. Die z. Z. 96 Nistkästen, in denen u. a. Haus- und Feldsperling, Meisen und Kleiber brüten, werden ehrenamtlich betreut. Ab und zu kann man auch Rehen und Füchsen in dem Park der Klinik begegnen.


Gegenüber dem repräsentativen Verwaltungsgebäude befindet sich die Anstaltskirche. Sie wurde in den Jahren 1891 bis 1893 im Stil einer frühchristlichen Basilika mit Apsis und Glockenturm erbaut. Während des 2. Weltkrieges wurde das Dach stark beschädigt. In dreijähriger Bauzeit konnte die Kirche 1997 wieder hergestellt und eingeweiht werden. Die Sanierung des Glockenturms wird ab 2003 angestrebt.

Die geschlossenen Anstaltshäuser, sowohl für Männer als auch für Frauen waren durch vergitterte Fenster, beschlagene Türen u. a. Vorkehrungen gesichert, um ein gewaltsames Ausbrechen der Patienten zu verhindern. Die anderen Gebäude, so die im Landhausstil errichteten Häuser der Wohnkolonien für Frauen und Männer waren lediglich durch Hecken voneinander abgegrenzt.

Im Kessel- und Maschinenhaus mit dem Wasserturm waren die technischen Anlagen der Anstalt untergebracht. Mit Ausnahme der Beamtenwohnhäuser, die mit Kachelöfen beheizt wurden und des Kinderhauses, welches eine eigene Warmwasserheizung hatte, waren alle anderen Gebäude an die Dampfkessel des Kesselhauses angeschlossen. Über ein Anschlussgleis bestand eine direkte Verbindung zwischen der Königlichen Ostbahn (heute S- und Fernbahn) und dem Kesselhaus. Hierüber erfolgte der An- und Abtransport jeglicher für die Anstalt benötigter Güter. Östlich des Kesselhauses befindet sich das Wirtschaftshaus. In diesem Gebäude befanden sich die Anstaltsküche mit Vorratsräumen, Geschirr- und Spülküche sowie die Essenausgabe. Weiterhin waren hier die Waschküche, Roll-, Flick- und Plättstube, sowie eine Wäscheausgabestelle untergebracht. In diesem Gebäude wurden die Patienten im Rahmen ihrer Therapie beschäftigt. Südlich und westlich vom Haus sind noch Schienenreste einer Lorenbahn, mit der ein wesentlicher Teil der Transporte innerhalb der Anstalt durchgeführt wurde, zu sehen.

Seit Juni 1989 steht das Gebäudeensemble des Wilhelm-Griesinger-Krankenhauses mit seinen Gartenanlagen unter Denkmalschutz.
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Herausgeber: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin

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