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Die Kaulsdorfer Seen


Die Kaulsdorfer Seen liegen im Gebiet der Urstromniederung. Nach Norden hin schließt sich der relativ schmale Barnim-Hang, auch als Berliner Balkon bekannt, und noch weiter nördlich die Barnim-Hochfläche an. Wo heute die Kaulsdorfer Seen liegen, befand sich bis vor nur 100 Jahren ein ausgedehntes Moor- und Sumpfgebiet. Erst durch die Inbetriebnahme des Wasserwerkes Kaulsdorf im Jahre 1916 wurde der Sumpf trockengelegt. Jetzt war endlich eine Bebauung des Gebietes möglich.

Für die Erweiterung der Ostbahn in Richtung Strausberg wurden große Mengen Kies und Füllmaterial benötigt. Der älteste durch die Kiesförderung entstandene See ist der Butzer See. Hier wurde bereits seit Mitte der 30er Jahre Kies gefördert. Das Südufer des Sees ist flach und sandig, lediglich genügsame und trittfeste Pflanzenarten können hier trotz der Belastungen durch Baden und Angeln bestehen. Im Westen liegt ein Sportplatz; sein Zaun verläuft unmittelbar am Steilufer des Sees. Im Norden ist der See wieder flach und sandig, nach Osten hin schließt sich ein Bereich mit scharfkantigen Seggen an, der nur wenig betreten wird.

Hier ist deshalb ein natürlicher Uferbewuchs mit diversen Weidenarten, Röhrichten und Großseggenrieden entstanden. Dieses Gebiet mag für den Laien nicht sehr einladend aussehen, seine Bedeutung für den Naturhaushalt als Ort der Wasserreinigung und Stoffumwandlung ist aber von besonderem Wert. Dieses Gebiet ist auch Lebensraum und Kinderstube für zahlreiche Tierarten.

Von 1938 bis zum Kriegsende entstand der Habermannsee durch Kiesförderung. Sein östliches Becken, auch als Kiessee bekannt, entstand in den 50er und 60er Jahren. Beide Becken sind durch einen schmalen, mit Röhricht bewachsenen Landstreifen voneinander getrennt. Durch Abbaggern der Landzunge wird versucht, ein beruhigtes Refugium für Wasservögel zu erhalten. Im Süden des Sees sind die Ufer flach. Dort, wo die Erholungssuchenden den Sandboden verschonen, haben sich Röhrichte und Hochstaudenfluren entwickelt. In den Unterwasserpflanzen finden Fische wie Moderlieschen, Plötze u. a. ihren Lebens- und Fortpflanzungsraum. In den Schilfbeständen haben auch Hechte ihren Laichplatz. Im Osten und Westen des Sees stehen Steilufer; die in ihrem oberen Bereich mit Gräsern bewachsen sind. Im Norden herrschen Weiden und Röhrichte vor, eine für Stillgewässer typische natürliche Ufervegetation. Nach Nordwesten, in Richtung des Butzer Sees, erstreckt sich ein besonders strukturreiches Gebiet: Bäume und Sträucher in unterschiedlichen Höhen bieten Nistplätze, dazwischen sorgen offene Flächen und feuchte Senken mit Sumpfvegetation für ein buntes Mosaik unterschiedlicher Lebensräume. Im Südwesten liegen aufgeschüttete Sandflächen, auf denen sich im Laufe der Jahre Pflanzengesellschaften der Sandtrocken- und Halbtrockenrasen angesiedelt haben.

Erst im Jahre 1978 begann der Kiesabbau östlich der Siedlung Elsengrund. Der aus dem Elsensee geförderte Kies wurde zur Errichtung der Neubaugebiete Marzahn und Hellersdorf benötigt. Die Kiesförderung wurde 1995 eingestellt. Der Name Elsensee wird zurückgeführt auf den früheren Bewuchs des Gebietes mit Erlenwäldern. Die Erle, auch Else genannt, wächst besonders gut in Gebieten mit hohen Grundwasserständen. Sie ist im Gebiet der heutigen Kaulsdorfer Seen die vorherrschende Baumart. Im Südosten des Sees haben sich Schilf- und Rohrkolbenröhrichte angesiedelt. Außerdem finden wird hier Groß- und Kleinseggen sowie Binsen. Der Elsensee mit einer Tiefe von etwa 12 m gilt als einer der fischreichsten Gewässer der Kaulsdorfer Seen. Hier finden Fischreiher, Stockenten, Blässrallen und Haubentaucher ausreichend Nahrung und Brutmöglichkeiten. Als Nahrungsgäste sind zeitweilig auch Kormorane anzutreffen.

Das Gebiet der Kaulsdorfer Seen ist Landschafts- und Trinkwasserschutzgebiet und bedarf deshalb besonderer Pflegemaßnahmen. So ist z. B. das Ausbringen von Kunstdüngern grundsätzlich nicht gestattet und es findet auch ansonsten nur eine extensive Bewirtschaftung statt, d. h., dass z. B. nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht wird. Diese Maßnahmen haben bereits dazu geführt, dass sich südlich des Butzer Sees Wiesen mit buntblühenden Kräutern entwickeln konnten.
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Herausgeber: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin

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