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Spaziergänge durch den Wuhletalbezirk
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Der
Kienberg
Der Kienberg befindet sich im Norden
des Wuhletalbezirks Marzahn-Hellersdorf. Nordwestlich wird er vom
Erholungspark Marzahn und im Süden von drei Kleingartenanlagen begrenzt. Östlich schließt
sich das Wuhletal an. Durch die unmittelbare Nähe der Wuhle u. a.
Gewässer, wie dem Biesdorf-Marzahner Grenzgraben, dem Wuhleteich
und einigen weiteren Tümpeln und Feuchtgebieten hat der Kienberg
für den Biotop- und Artenschutz große Bedeutung. Der
Kienberg liegt ebenso wie die Ahrensfelder Berge auf der
Barnim-Hochfläche. Er ist als eiszeitliche Ablagerung von Kiesen
und Sanden entstanden und weist an seinem Fuße in Richtung
Wuhletal teils sandige Böden auf.
In den Jahren von
1946 bis 1984 wurde das Gelände als Deponie für Aushub, Bau-
und Trümmerschutt genutzt. Durch die Ablagerungen im Zuge der
Deponiebewirtschaftung wurde
der Berg um etwa 50 m über seine ursprüngliche Höhe (58
m NN) aufgeschüttet. Nach Schließung der Deponie wurde das
Gelände mit Mutterboden abgedeckt und es erfolgte eine
Erstbegrünung mit anspruchslosen Gehölzen. So bildeten sich
aufgelockerte bis geschlossene Pflanzenbestände. In der
Baumschicht dominieren Robinien, Eschen-Ahorn und Pappel-Arten.
Später konnten sich teils durch natürliche Aussaaten, teils
durch Nachpflanzungen auch heimische Baumarten wie Eiche, Berg-, Spitz-
und Feld-Ahorn, Eibe und Esche behaupten. In der stark strukturierten
Gebüschvegetation kommen vor allem Sanddorn, Kartoffel-Rose,
Gold-Johannisbeere, Tamariske und diverse Weidenarten vor.
Später siedelten sich vorwiegend an den Hängen auch
Brombeere, Schlehe u. a. heimische Arten an. Den Unterwuchs bilden
Gräser und krautige Pflanzen der heimischen ausdauernden
Ruderalvegetation. Auf den nordwestlich gelegenen Flächen breiten
sich Halbtrockenrasen aus, in denen auch Hochstauden wie Rainfarn und
Acker-Kratzdistel zu finden sind. Gehölze fehlen in diesem Gebiet
fast vollständig. Im Laufe der fortschreitenden Sukzession ist der
Anteil offener krautiger Vegetationsflächen immer stärker
zurückgegangen.
Größere Lichtungen sind
heute nur noch in der Nähe zum Erholungspark Marzahn, am Osthang
und am Bergfuß zum Biesdorf-Marzahner Grenzgraben sowie zum
Wuhletal vorhanden. Die Lichtungen und die teilweise gut ausgebildeten
Übergänge zu benachbarten Landschaftsräumen bieten
vielfältige Ansiedlungsmöglichkeiten für unsere
heimische Tierwelt. Auch die trockenen und feuchten Teilflächen
führen zu einer erheblichen Aufwertung des Kienbergs als
Lebensraum für Tiere. So werden im unmittelbar an den Kienberg
angrenzenden Teil des Wuhletals Brutvorkommen von Rohrweihe und
Rohrammer beobachtet. Die offenen Bereiche zwischen Wuhle und
Großsiedlung sind Brutrevier der Feldlerche. In den höheren
Bäumen und Sträuchern fühlt sich der Gelbspötter
sehr wohl. In den unteren Etagen der Gehölze gehen z. B.
Dorngrasmücke, Amsel und Hänfling ihrem Brutgeschäft
nach. Sumpfrohrsänger, Fitis und Dorngrasmücke tummeln sich
in den bodennahen Gras- und Staudenfluren zwischen den Gehölzen.
Aufgrund der Struktur des Geländes
und der Anbindung an zahlreiche Gewässer und Feuchtgebiete stellt
der Kienberg auch ein potentiell hochwertiges Habitat für diverse
Insekten dar. Hier sind besonders die Heuschrecken, Libellen und
Schmetterlinge zu nennen.
Um den für die Insekten so wichtigen Lebensraum zu erhalten,
werden die vorhandenen Hochstaudenfluren und Wiesen
regelmäßig mindestens einmal jährlich gemäht. Der
Termin der Mahd wird so gelegt, dass die Insekten – auch die in
den Halmen der Pflanzen unterwinternden – und die Vögel, die
in der Bodenregion brüten, nicht gestört werden.
Durch die Nähe zu den Großsiedlungen wird der Kienberg und
seine unmittelbare Umgebung intensiv von den Bürgern genutzt.
Aufgrund des dichten Wegenetzes bleibt kaum ein Teil des Gebietes von
Störungen verschont. Das Plateau des Berges ist allgemeines Ziel
vieler Spaziergänger, bietet es doch einen weiten Blick über
die Neubausiedlungen von Marzahn-Hellersdorf, das schöne Wuhletal
und in südöstlicher Richtung sogar bis zu den
Müggelbergen.
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Herausgeber:
Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin
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