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Spaziergänge durch den Wuhletalbezirk
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Der
Parkfriedhof Marzahn
Der Parkfriedhof Marzahn mit
einer Größe von ca. 21 ha wurde am 29. November 1909 als
Armenfriedhof übergeben. Er weist typische Merkmale eines
Parkfriedhofs auf. Diese Friedhofanlagen bestehen meist aus
rechteckigen, durch baumbestandene Hauptwege gegliederte Grabanlagen.
Friedhöfe stellen durch ihre stark
strukturierte Vegetation (Bäume, Sträucher, Hecken,
Grabanlagen und Rasenflächen) einen wichtigen Bestandteil des
Biotopsystems einer Stadt dar. Durch diese Vegetationsstruktur und die
relative Ungestörtheit sind sie wertvolle Rückzugsgebiete
für Pflanzen und Tiere.
Der Parkfriedhof Marzahn zeichnet sich
durch einen besonders dichten Baumbestand aus. Einen ersten Eindruck
von seinem Parkcharakter erhält man bereits beim Durchschreiten
des Eingangstores. Vor uns erstreckt sich der Hauptweg, der durch
zahlreiche großkronige Laubbäume gesäumt ist. Wir
finden hier im vorderen Teil die Rote und die Gemeine Rosskastanie, im
mittleren Teil Gemeine Birken und im hinteren Teil bis zum Rondell
Serbische Fichten, Rot-Eichen, Gemeine Birken, Eschen und Gemeine
Fichten. Hinter dem Rondell sind hauptsächlich Krim-Linden
gepflanzt, die sicherlich in Bezug zum dort vorhandenen Sowjetischen
Ehrenhain stehen.
Mehrere Gedenksteine auf dem Friedhof
erinnern an die Opfer des I. und II. Weltkrieges sowie an die Opfer des
Naziregimes. Ganz im
Nordwesten der Anlage befindet sich der Sowjetische Ehrenhain.
Im Südosten des Friedhofs, inmitten einer Grünanlage, liegt
ein Folienteich. Er wurde mit Sumpf- und Wasserpflanzen bepflanzt.
Allerdings sind viele Pflanzen durch starke Trittbelastung nicht mehr
vorhanden. Andererseits siedelte sich im Laufe der Jahre eine
Spontanvegetation an, so dass der Uferbereich trotzdem einen
erfreulichen Anblick bietet. So kommen u. a. Breit- und
Schmalblättriger Rohrkolben, Sumpfdotterblume,
Wasser-Schwertlilie, Kalmus, diverse Binsen und Gefleckte Gauklerblume
vor.
Dem aufmerksamen Spaziergänger
wird es nicht entgehen, das sich auf der Ostseite des Friedhofs einige
Wiesen und Grünanlagen befinden, die einen nicht so gepflegten
Eindruck machen wie die Flächen der
Westseite. Dies ist aber gewollt, denn diese Flächen dienen dem
Biotop- und Artenschutz und sind teilweise auch als solche gekennzeichnet (Igelschild). Diese
Flächen sind wertvoller Lebensraum für verschiedene
Vogelarten und andere Tiere. Sowohl diese Flächen als auch die
anderen naturbelassenen rund um den Friedhof herum tragen dazu bei,
dass hier noch Greifvögel, Feldhasen u. a. vorkommen. Auch
Vogelarten, die dichte, unterholzreiche Wälder bevorzugen, wie die
Nachtigallen, finden hier einen idealen Lebensraum. Zahlreiche
Nistkästen, die ehrenamtlich betreut werden, schaffen ebenfalls
gute Voraussetzungen für das Brutgeschäft der Vögel. In
den trockneren Regionen begegnet uns ab und zu auch die Zaun-Eidechse.
Auf den o. g. Flächen ist eine vielfältige Vegetation
vorhanden, die teilweise den Charakter einer Wiese, einer
Hochstaudenflur oder eines Vorwaldes hat.
Der Parkfriedhof Marzahn ist als Gartendenkmal in der Denkmalliste
Berlin verzeichnet. Darüber hinaus wurden die auf dem Friedhof
vorhandenen Gedenkstätten in die Bezirksliste der Geschützten
Denkmäler aufgenommen.
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Herausgeber:
Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin
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