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Herzlich willkommen beim Berliner Stadtbezirk Marzahn−Hellersdorf Montag 12.05.2008



Bezirk

Daueraustellung "Dörfer - Siedlungen - Stadt 1870 1970"


„Marzahn-Hellersdorf: Dörfer – Siedlungen – Stadt 1870-1970“ der zweiter Baustein zur Dauerausstellung wird am 27. August um 14.00 Uhr im Bezirksmuseum Marzahn, Alt-Marzahn 51, eröffnet.


Die Ausstellung kann vom 29. August bis zum 15. Juli 2007 besichtigt werden. Die Öffnungszeiten: Di bis Do 10 – 17 Uhr, So 11 – 17 Uhr.

Gelegentlich hört man die Meinung: „Marzahn-Hellersdorf vor der Großsiedlung – da war doch (fast) nichts. Kann man darüber überhaupt eine Ausstellung machen?“ Man kann – wie der zweite Baustein zur Dauerausstellung des Bezirksmuseums eindrucksvoll beweist.
Das heutige Antlitz des Bezirkes mit so prägenden Gebäuden wie die Bahnhöfe, das frühere Griesinger-Krankenhaus in Biesdorf, Kirchen wie die St. Martinskirche in Kaulsdorf, Schulen wie die auf dem Anger in Marzahn, wurden im dargestellten Zeitraum von 1870 bis 1970 erbaut. Andere Einrichtungen, wie die Luftschiffhalle in Biesdorf, der Magerviehhof in Friedrichsfelde-Ost oder die Geflügelzuchtanstalt in Mahlsdorf sind schon wieder vergangen, doch waren sie einst von überregionaler Bedeutung.

Die großen Siedlungsgebiete vor allem im Süden des Bezirkes entstanden seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Die bis dahin noch ländliche Gegend erhielt vorstädtischen Charakter. Mit dem Zuzug vieler neuer Bewohner siedelten sich erste kleine Industriebetriebe an, Läden für die wachsenden Bedürfnisse eröffneten. In der Landwirtschaft erleichterten Maschinen die schwere körperliche Arbeit. Jahrzehntelang formten die Rieselfelder, die die Berliner Abwässer entsorgten, die Landschaft um Hellersdorf und Marzahn.

Auch kulturell waren diese hundert Jahre eine Zeit des Umbruchs. Neuerungen wie das Kino hielten Einzug, Theatervorstellungen fanden in Restaurants statt, ein reiches Vereinsleben bildete sich heraus. Die Vereine trugen teilweise so einprägsame Namen wie der „Rauchclub Ringelwolke“ in Marzahn oder der Schützen-Verein „Gutziel“ in Kaulsdorf.
Politisch waren die hundert Jahre für Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn eine Zeit vielfachen Wandels. In den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurden die Landgemeinden kommunal selbständig und konnten nunmehr ihre Gemeindevertreter selbst wählen. 1920 dann wurde das gesamte Territorium des heutigen Bezirks Teil von Berlin. Die Gemeinden verloren dadurch zwar ihre Selbständigkeit, profitierten aber durchaus von der direkten Anbindung an die Metropole.

Zwischen 1933 und 1945 spiegelten sich viele Facetten nationalsozialistischen Ungeistes auch im Bezirk wider. 1936, also vor genau 70 Jahren, errichteten die Nationalsozialisten in der Nähe des Parkfriedhofes Marzahn ein Zwangslager für Sinti und Roma aus ganz Berlin. Jüdische Mitbürger wurden enteignet, vertrieben und schließlich ermordet. Die Anstalt Wuhlgarten war in die als Euthanasie bezeichneten Mordaktionen an Behinderten verstrickt. Tausende Zwangsarbeiter wurden aus vielen Ländern Europas nach Marzahn-Hellersdorf verbracht. Aber auch hier gab es Menschen, die Widerstand leisteten und Verfolgten halfen. Genannt sei nur Heinrich Grüber, seit 1934 Pfarrer in Kaulsdorf, der mit seinem „Büro Grüber“ vielen Menschen half, ehe ihn die Nazis selbst für mehrere Jahre in inhaftierten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Marzahn-Hellersdorf zunächst von der Roten Armee besetzt. In Zusammenarbeit mit der örtlichen Verwaltung begann der Wiederaufbau, die Besatzung brachte aber auch erhebliche Belastungen für die Einwohner mit sich. Die 1949 gegründete DDR, in der die SED von Anfang an die allbeherrschende Partei war, orientierte auf Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild. Anhaltende Mangelwirtschaft und Demokratiedefizite waren die Folge.

Auch an die Kinder ist in der Ausstellung gedacht. Sie können erfahren, wie ein Sandmännchenfilm entsteht, und selbst aktiv werden. Nicht nur der Schöpfer des Sandmännchens Gerhard Behrendt lebt seit Jahrzehnten in Mahlsdorf, auch das Sandmännchenstudio, das die Filme produziert, war über lange Zeit in diesem Ortsteil ansässig.

Die Ausstellungstafeln werden in bewährter Weise durch viele Objekte, durch Videos, PCs und Themenmappen ergänzt.

Artikel vom 01.08.2006 - 21:42 Uhr
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