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Herzlich willkommen beim Berliner Stadtbezirk Marzahn−Hellersdorf Samstag 04.07.2009



Umwelt

Eine neue Blütenoase in den Marzahner „Gärten der Welt“


- der überarbeitete und erweiterte Karl-Foerster-Staudengarten als Beispiel deutscher Gartenbaukunst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde am 9. März 2008 eröffnet -


Exakt am 134. Geburtstag Karl Foersters, wurde heute nach einer Überarbeitungs­phase das bereits seit 1987 bestehende Kleinod, der Karl-Foerster-Staudengarten, wiedereröffnet. Damit wird die Marzahner Kollektion internationaler Gartenschmuck­stücke um einen zeitgenössischen deutschen Beitrag zur Gartenkultur bereichert.

Im Beisein von mehr als 50 „Foersterianern“, die aus Potsdam und Umgebung angereist sind – u.a. der Vorsitzende der Foerster-Stiftung, Prof. Dr. Norbert Kühn, eröffnete Dr. Jens-Peter Heuer, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, mit dem Durchschneiden des roten Bandes die neue Blütenoase in den „Gärten der Welt“. Er betonte: „Karl Foerster hätte seine helle Freude, könnte er sehen, welche doch so unterschiedlichen Gärten in den letzten Jahren hier entstanden sind, lehrreich und wunderschön zugleich. Die Berlinerinnen und Berliner haben, genauso wie die vielen internationalen Besucherinnen und Besucher, in Marzahn die einzigartige Gelegenheit, die Gartenkultur der ganzen Welt kennenzulernen und sie nutzen dies gern und oft.“

Der frühe Zeitpunkt im Gartenjahr ist der eigentliche Grund, warum sich beispielsweise die Foerster-Rittersporn-Sorten ‚Tempelgong‘ oder ‚Jubelruf‘, die passend wären, um die Wiedereröffnung des Marzahner Karl-Foerster-Staudengartens unüberhörbar einzuläuten, noch nicht zeigen. Sie blühen erst im Sommer.
Karl Foerster ist bekannt für seine poetischen Sortennamen meist sommerblühender Blumengestalten. Viele von ihnen wurden im letzten Jahr hier neu gepflanzt: ‚Dunkelste Aller‘ (Feinstrahlaster), ‚Maikönigin‘ (Wiesenmargerite), ‚Flammenspiel‘ (Nepal-Fingerkraut), ‚Sammetriese‘ (Rote Schafgarbe) oder der ‚Rosa Sieger‘ (Raublattaster), aber auch das ‚Goldgrünherz‘ (Sonnenauge) und die ‚Dorffreude‘ (Phlox).

Der Staudenzüchter, Gärtner und Schriftsteller, der vor knapp 100 Jahren seine Gärtnerei in Potsdam-Bornim eröffnete, hat mit seinem Garten, den Büchern und vor allem den vielen Einführungen von Wild- und Kulturstauden die deutsche und internationale Gartenkultur nachhaltig beeinflusst. Erst im vergangenen Jahr erregte ein nach Foersterschen Vorbild gestalteter Garten auf der Londoner Chelsea-Flower-Show allgemeine Aufmerksamkeit.

Mit seinen einprägsamen Ideen vom ‚Automatischen Blütengarten‘, ‚Dem Garten für intelligente Faule‘, oder dem ‚Garten der sieben Jahreszeiten‘ schrieb Karl Foerster Gartengeschichte und hinterließ starke Spuren in der Gestaltung von öffentlichen und privaten Gärten. So ist das heute selbstverständliche Wachsen von Ziergräsern in den Gärten nicht zuletzt seiner Werbung von Vegetationsbildern nach dem Vorbild der Natur zu verdanken.
Sein Buch vom ‚Einzug der Gräser und Farne in die Gärten‘ (1957) war eine der Inspirationen für den bauleitenden Gartenhistoriker Dr. Johannes Schwarzkopf (Potsdam), der das Gesamtkonzept federführend entwarf sowie für den Landschaftsplaner Christian Meyer (Berlin), der als Pflanzenkenner die Bepflanzung konzipierte.

Auf komprimierte Weise sind Foersters Ideen und Gedanken nun im Garten wiederzufinden. Der zentrale, durch eine türkisblaue Holzpergola geprägte Gartenbereich zeigt auf geometrischen Beeten eine Auswahl von Prachtstauden. Ausgelesene Spitzensorten, u.a. von Rittersporn, Sonnenbraut und Astern sind zumeist nach der Foersterschen Idee der Farbdreiklängen wie z.B. ‚Himmelblau-Rosa-Weiß‘ sortiert gepflanzt. Streng geschnittene Buchsbaumhecken geben den anspruchsvollen Pflanzungen einen Rahmen.

Die locker landschaftlich geformten Gartenteile sind im Gegensatz dazu mit Hilfe zahlreicher Wildstauden, Gräsern und Farne bepflanzt. Sie zeigen Szenerien wie den Heidegarten, den offenen Waldsaum und eine halbschattige Steingartenpartie, wie Foerster sie in seinen Büchern immer wieder thematisierte. Rasenbuchten, Waldlichtungen und Tiefschattenbereiche leiten fließend in die Landschaften des Marzahner Parkgeländes über.

Markante Solitärsträucher wie der malerische Dschunken-Wacholder, die seltene Winterblüte, eine wintergrüne Eiche sowie Winterduft-Heckenkirschen und Schneebälle prägen den Garten auch außerhalb der Blütenhauptsaison. Mit mehreren Tausend gesetzten Blumenzwiebeln von Buschwindröschen, Krokus, Schneeglanz, Wildnarzisse und Tulpe soll ein weiterer Anspruch Karl Foersters zur ganzjährigen Attraktivitätssteigerung der Gärten unterstrichen werden: ‚Es wird durchgeblüht!‘.

Gärten der Welt
www.erholungspark-marzahn.de

Artikel vom 10.03.2008 - 17:57 Uhr
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