Die Hellersdorfer - Ausgabe 320, 01.02.2006
Kriegt das Gymnasium was aufs Dach? Solar-Anlage fast geschenkt, doch Ämter müssen noch zustimmen
Geschmeidig liegt der schmucke Bau des im Jahr 2000 eröffneten Werner-von-Siemens-Gymnasiums in der Kurve an der Allee der Kosmonauten, unmittelbar vor Lessings Autohaus.

Foto: Benjamin Bekeschus |
Elegant und zeitgemäß könnte an der Schule schon bald ein Teil der benötigten Energie hergestellt werden, mit einer Photovoltaik- Anlage auf dem Dach.
Die Schule soll statisch bereits weit gehend für eine Fotovoltaik- Anlage ausgerüstet sein. Eine genaue Auskunft wird das Hochbauamt geben, das sich jedoch gerade samt Akten im Umzug befindet.
Der gemeinnützige Verein für Technologie, Produktivität und Umweltschutz e.V. (VTP), seit 1991 im Bezirk aktiv, widmet sich künftig stärker der Popularisierung und aktiven Nutzung erneuerbarer Energien. Er kaufte bereits Siliziummodule und sieht im Siemens-Gymnasium ein geeignetes Objekt, jungen und anderen interessierten Bürgern die Umwandlung solarer Energie plastisch nahe zu bringen – zur „Demonstration des Nutzens“, wie Dr. Hans Elvers vom VTP-Vorstand es nennt. Im Gegenzug erwartet der VTP vom Bezirksamt Unterstützung bei der Bereitstellung einer geeigneten Dachfl äche zur Installierung der Anlage (zum Beispiel auf dem Gymnasium-Gebäude). Auch benötigt der Verein Hilfe bei der Entwicklung von Umweltprojekten, die diese Anlage als Basis für die Aufklärung über die Anwendungsmöglichkeiten erneuerbarer Energien nutzen.
Dipl.-Ing. Cornel Prodan, VTPMitglied und Inhaber des Ingenieurbüros PRODY SOLAR, ist Experte und verantwortlich für die technische Realisierung der Anlage. Mit Engagement und klarer Konzeption stattete er gerade eine Ausstellung zum Thema erneuerbare Energien aus, die in der Bitterfelder Straße 15 (auf der Seite von Mc Donalds) zu besichtigen ist. Telefon 25 81 69 75 und 54 39 86 15.
Fazit: Die Sonne verlangt kein Geld und der Verein verlangt auch kein Geld vom Bezirksamt. Dennoch müssen die Akteure auf Wirtschaftlichkeit achten, sie wollen sich einer Mindestlaufzeit von 20 Jahren versichern. Eine erste Beratung fand dieser Tage mit dem Dezernent für Ökologische Stadtentwicklung, Dr. Niemann statt. Er versicherte gegenüber der „Hellersdorfer“, dass er im Sinne der Nachhaltigkeit erneuerbarer Energien agieren wird. Der Verein wird aber noch weitere Ämtergänge absolvieren müssen. Falls das Siemens-Gymnasium für die Anlage geeignet ist, müssen sich erst mal die zuständigen Schulbehörden für das Projekt erwärmen, damit der solaren Erwärmung im Sinne der Lokalen Agenda 21 nichts mehr im Wege steht.
Ute Bekeschus
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