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Berliner Stadtteilzeitung




Ausgabe 311, 03.05.2005
Schreiben Medien den Osten schlecht?



Am Ende übergab als CDUKreisvorsitzender Mario Czaja den beteiligten Wessis einen echten Wohnberechtigungsschein für den Bestand der STADT UND LAND, Geschäftsbesorgerin der WoGeHe.

Schreiben Medien den Osten schlecht?
Medien machen Meinung – Peter Laubenthal, Jochen
Wolff, Christine Richter, Hans-Peter Buschheuer

Die Geste verstand sich als Augenzwinkern, das die zwangsläufi g ernste Diskussion wieder etwas aufl ockerte.

„Schreiben die Medien den Osten schlecht?“, hieß das Thema einer Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Dialog Wuhletal“. Prominente Medienvertreter waren eingeladen. Im Podium Jochen Wolff, Geschäftsführer des SUPERillu Verlages, Peter Laubenthal, Ressortleiter der rbb-Abendschau und Hans-Peter Buschheuer, Chefredakteur des Berliner Kurier. Die Moderation übernahm Christine Richter, Ressortleiterin Berlin-Brandenburg der Berliner Zeitung.

Für Laubenthal, der ein fi fty-fi fty- Publikum aus Ost und West bedient, war die Fragestellung nicht allzu brisant, denn sein Tun konzentriert sich in erster Linie lokalbezogen auf Berliner und Brandenburger, die am Abend schauen. Erinnerlich war ihm aber die Episode, dass einst der Friedrichstadtpalast als Tempel der langbeinigen Hupfdohlen abgetan wurde, heute jedoch gern auch für hochkarätige Sonder- Veranstaltungen genutzt wird.

Der Zeitungsmarkt in Berlin sei nach wie vor umkämpft aber geteilt, stellte Hans-Peter Buschheuer fest. Der Berliner Kurier verstehe sich zwar als Gesamtberliner Zeitung, werde aber zu 90 Prozent im Ostteil und im Speckgürtel gelesen. Die Redaktion will sich nun auch auf handwerkliche Traditionen aus der BZA-Zeit besinnen. Der gebürtige Bayer beobachtet, dass die neuen Bundesländer mehr und mehr zum exotischen Ausland werden und vielen Wessis die neuen Bundesländer fremd bleiben.

„Ostalgie pur“ schmunzelt so mancher Mittvierziger, der zur Wende noch jung genug war die Herausforderungen der neuen Gesellschaftsform anzunehmen und daher in der SUPERillu sich vom Focus auf Stars und Sternchen der DDR nach wie vor nicht beeindrucken lässt. Die Anhängerschar des Blattes hingegen schwört ebenso auf Rubriken wie „So habe ich es geschafft“.

Menschliche Größe und Geschick im Geschäftsleben der Ostdeutschen darzustellen ist Jochen Wolff ein wichtiges Anliegen: „Nichts ist ansteckender als Erfolg“. Wie ein väterlicher Fürsprecher kämpft Wolff für ein positives Bild von Ostdeutschland. Der SUPERillu-Chef drückte seinen Ärger über Medien aus, die den Aufbau Ost als Abbau West darstellen und die Einheit „noch nicht zur Herzenssache“ gemacht haben.

Ute Bekeschus

Beitrag von Die Hellersdorfer
Artikel vom 03.05.2005 - 11:44 Uhr

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