Themenbereiche
|

|
 |
| Berliner Stadtteilzeitung | |
|
|
Ausgabe 313, 05.07.2005 Steinstatt in voller Blüte
Um die Zeit der Sonnenwende, wenn im Freien das Leben seine pralle Seite zeigt, lädt alljährlich die „Kiste“ zum gleichnamigen Spektakel ein. In diesem Jahr waren zum Konzert in der Heidenauer Straße die Gruppe Scarlett O. und Jürgen Ehle zu Gast.
Sie ließ frech-frische Lieder aus dem alten Berlin hören. Eine Folklore-Gruppe bewegte draußen im Garten die Gäste im wahrsten Sinne des Wortes, denn zu ihrer Musik unterrichtete Tanzlehrerin Kathrin die interessierten und begeisterten Gäste in Kreistänzen slawischer Volksgruppen und des Orients. Und jedes Jahr wieder ist es wohlig am Lagerfeuer, mit knusprig gegrillten Bratwürsten nach Thüringer Art. Kinofreunde zog der Episoden- Film „Ein Tag in Europa“in seinen Bann. Mit leisem Humor spiegelt er das Miteinander unseres Vielvölker-Kontinents wider. Am Ende verließen die Zuschauer unisono amüsiert den Kinoraum.
Gratulation dem Steinstatt e.V., der erstmals vor 17 Jahren, das war 1988, im gerade entstehenden Hellersdorf mutig eine Kultur der etwas anderen Art probierte. Eine schwere Krise im Jahr 2000 überwand der Verein dank der Solidarität von Bürgern, die damals 4.800 Unterschriften für den Erhalt der Einrichtung sammelten. „Kiste“- Urgestein und Geschäftsführer Fred Schöner verwaltet heute über den eigenen Bereich hinaus für zwölf verschiedene Kultureinrichtungen in Marzahn-Hellersdorf 50 überwiegend gut motivierte 1,50-Euro- Jobber. Dieses Engagement braucht zwar gehörig organisatorisches Talent und viel Zeit, doch die Jobber sind eine willkommene Hilfe für den Aufbau einer neuen Angebotsstruktur. Der Verein betreibt seit 1997 die Jugendkunstschule Der- Art und seit einem Jahr mit openair- Kino die Parkbühne im Schloss Biesdorf. In diesen Wochen steht er zur Weiterführung des „Haus Flora“ dem Quasi-Kunstverein e.V. helfend zur Seite. Somit integriert sich der Steinstatt e.V. in vier Wirkungsstätten; Fred Schöner erhofft sich Synergieeffekte für einen gehaltvollen Kulturbeitrag im Bezirk. Denn sachkundiges Personal ist äußerst knapp geworden, darüber können auch Hartz-IV-Empfänger mit Mehraufwandsentschädigung nicht hinwegtäuschen.
Telefon 998 74 81: Programmkino, Kinderkino, Partys, Konzerte, Galerie.
Ute Bekeschus
Aus dem Programm 7. bis 13. Juli Ray (Charles) 7. bis 13. Juli Die Dolmetscherin 14. bis 20. Juli Die Perlenstickerinnen 21. bis 27. Juli Whisky | |
|
|
|
Artikel vom 05.07.2005 - 23:30 Uhr |
|
|
|