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| Berliner Stadtteilzeitung | |
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Ausgabe 315, 06.09.2005 „Bildersturm“ zur Wende entwürdigte den Falschen
Die Schwimmhalle am Helene-Weigel-Platz erhielt den Namen Helmut Behrendt zurück. An einer Feierstunde vor wenigen Tagen nahmen Sohn Udo Behrendt, Vertreter der Berliner Bäder Betriebe und prominente Medaillengewinner der DDR-Sportgeschichte teil.
Den Namen Helmut Behrendt erhielt im Frühjahr 1986 die gerade eröffnete Schwimmhalle am Helene- Weigel-Platz. Aufgestellt wurde eine Büste des Bildhauers Wieland Förster. „Bilderstürmer“ entfernten sie im Wendeherbst 1989, ebenso den Namenszug an der Eingangshalle. Die unversehrte Büste und der Namenszug kehrten nun, 16 Jahre später, feierlich zurück, denn es wurde der Falsche entwürdigt.
Wer war Helmut Behrendt? Trotz gesundheitlicher Schäden aus zwölfjähriger Haft im KZ verschrieb er sich nach dem Krieg dem Neuaufbau des Sports in Berlin. Von 1953 bis 1973 war er Generalsekretär des NOK für die DDR. Für seine Aktivitäten wurde er 1978 anlässlich der IOC-Session in Montreal durch den damaligen Präsidenten Lord Killanin mit dem Olympischen Orden in Bronze geehrt. Ein Jahr nach seinem Tod würdigte ihn der Bezirk Marzahn mit der Namensgebung der Schwimmhalle.
An der Rückbenennung ist maßgeblich die BVV-Vorsteherin Petra Wermke beteiligt, die dem Hinweis eines Bürgers nachgegangen war. Sie sieht darin einen Beitrag zum 60. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus, aber auch zur Aufarbeitung der jüngeren Geschichte.
Sie empfindet Empörung darüber, dass im seinerzeit neu gegründeten westdeutschen NOK der letzte Reichssportführer im faschistischen Deutschland, Ritter von Halt, agierte. Als die Nazis 1936 die Olympischen Spiele in Berlin veranstalteten, saß der einstige Fichte-Arbeitersportler Helmut Behrendt hinter Kerkermauern in Brandenburg.
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Artikel vom 06.09.2005 - 20:55 Uhr |
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