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| Berliner Stadtteilzeitung | |
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Ausgabe 317, 01.11.2005 Einfach, aber genial "Nische"-Kids machen Theater bei Schwarzlicht
Was Hände sagen können: „Bleibe vom Acker“ oder „Komm her!“ Die neunjährige Maxie-Pauline Herzog sagt den Händetanz der Theatergruppe der Freizeiteinrichtung „Nische“ an.
Sie selbst hat weißen Handschuhen die oberen Enden abgeschnitten und diese auf ihre Finger gesteckt. Das kommt gut rüber, denn Maxie und die black ladies Julia Fleiß, Alexandra Scharf und Jennifer Fauth machen Theater ausschließlich bei Schwarzlicht. In Abwesenheit anderer Lichtquellen verwandelt Schwarzlicht Weiß in Knallweiß und Farben in peppige Neontöne. Dass Gegenstände über die Bühne schweben, Masken scheinbar solo tanzen oder bunte Seile als „Laser“ durch den Raum rasen, ist eine Illusion, die herzustellen ordentlich Arbeit macht. Sie erfordert Konzentration und Disziplin, Gewandtheit und Improvisationsvermögen. Das zeigen die Proben der vier Mädchen und des einzigen Jungen Stefan Fleiß, der Licht und Töne inszeniert. Trommelnde Hände, tanzende Buchstaben im Rhythmus fliegender Hummeln, lateinamerikanische Limbo-Akrobatik, Schuh-Ballett auf einem Seil oder die Zeremonie einer Hochzeits-Ankleide sind Teilstücke einer aktuellen Zusammenstellung.
Sabine Langner, einfühlsame Sozialarbeiterin und Erzieherin, arbeitet mit den Kids gern auf einer Augenhöhe. Sie kennt die wohltuende Wirkung auf die Akteure, denn im Schwarzlicht-Theater treten sie als Person in den Hintergrund. Die Anonymität in der Dunkelheit gibt Gelegenheit Pickel und Selbstdarstellungszwänge zu vergessen sowie Hemmschwellen zu überwinden. Sie und „Nische“-Leiterin Martina Golüke erzählen, wie es vor anderthalb Jahren mit einer flapsigen Spielerei begann. Wie fantastische Aufführungen bei den sprudelnden Ideen der Kinder ihren Anfang nehmen. Dass ihre Version von „Hänsel und Gretel“, aufgeführt mit Stabpuppen, natürlich in Hellersdorf spielt.
Die beiden Frauen und der dritte „Nische“-Mitarbeiter, René Schmidt, beobachten bei den Schwarzlicht-Kids positive Persönlichkeitsentwicklungen. An einer Stelle sagt Sabine Langner: „Wieder war eine Tür geöffnet, um mit sonst verschlossenen Jugendlichen in Kontakt zu kommen“. Damit meint sie Erfolge durch das Schwarzlicht- Spiel als Projekt in den Ferien, offen für alle „Nische“-Klubgänger. An solchen Projekttagen im heimischen Freizeitklub betätigen sich die fünf black people selbst als Regisseure für die probierfreudigen Mädchen und Jungen.
Dieses Mal waren die effektvollen Szenen Bestandteil der Ausstellung „MännlICH WeiblICH“ in der Hellersdorfer Pyramide, organisiert von der AG „Geschlechterdifferenzierte Kinder- und Jugendarbeit in Marzahn-Hellersdorf“. Die Schau gibt Einblicke in das Freizeitverhalten sowie in die Gedanken- und Gefühlswelt junger Menschen und findet am 17. November ihren Abschluss.
Veranstaltungen: Donnerstag, 10. November, 9 bis 11 Uhr Schwarzes Theater; Freitag, 11. November, 10 bis 12 Uhr Durch den Dschungel der Lehrstellensuche; Montag, 14. November, 9 bis 12 Uhr Vorstellung des Projektes Baby-Boom; Dienstag, 15. November, 9 bis 11 Uhr Schwarzes Theater; 11 bis 11.30 Uhr Redaktionsbüro; Mittwoch, 16. November, 10 bis 12 Uhr Beratung zu Teenieschwangerschaft; 15 bis 17 Uhr Streetball; Donnerstag, 17. November, 9 bis 11 Uhr und 12 bis 14 Uhr Wettlauf der Farben. Voranmeldung und Fragen unter Telefon 991 81 43 oder 54 70 41 37. Alle Veranstaltungen finden im Ausstellungszentrum „Pyramide“ Hellersdorf, Riesaer Straße 94 statt. Kontakt: Jugendfreizeiteinrichtung „Nische“, Louis-Lewin-Straße 40c, Telefon 998 59 91. Ute Bekeschus
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Artikel vom 01.11.2005 - 22:11 Uhr |
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