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Berliner Stadtteilzeitung




Ausgabe 318, 13.12.2005
SEIT 10 JAHREN BÜRGERMEISTER



Zehn Jahre – eine Ewigkeit? Für einen Drittklässler einer Grundschule ein Zeitraum, der mit dem Erlebnis seiner Geburt kaum greifbar ist. Für 100-Jährige, die ich zunehmend als Bürgermeister besuche, eine Lebensphase, die weit zurückliegt.

SEIT 10 JAHREN BÜRGERMEISTER
Bezirksbürgermeister
Dr. Uwe Klett

Und für mich? Im schnelllebigen Politikalltag mit seinen Höhen und Tiefen, Vorsätzen, Wünschen, Enttäuschungen und Fehlern eine anstrengende Zeit. Für die Familie, für Frau und Sohn eher die immer währende, aber kaum zu akzeptierende Erkenntnis, vom Mann und Vater nur wenige Stunden in der Woche etwas zu haben. Aber wen geht das nicht so?

Im Dezember 1995 nach dreijähriger Reifeprüfung als Sozialstadtrat wurde ich jüngster Bürgermeister Berlins, im jüngsten Bezirk der Stadt. Der damaligen Jugendlichkeit sind zwischenzeitlich viele graue Haare gewichen, in der Hoffnung, dass ich nicht im Amte ergraut bin. Unbequem wollte ich sein, das Gesicht zum Volke im Wissen darum, dass, wenn man dem Volke auf dem Mund schaut, auch bereit sein muss, es ernst zu nehmen. Mag sein, dass auch ich hin und wieder daran erinnert werden muss, doch eines versuche ich zu leben – auch in meinem Beruf als Ihr Bürgermeister: Für die Schwachen sind wir da, denn die Starken können sich selber helfen. Doch auch nur mit den Starken wird es Solidarität und Gerechtigkeit geben können.

Dieses Miteinander, die Solidarität zwischen Menschen unseres Bezirkes war auch zu spüren bei der Auszeichnungsveranstaltung der BVV zum diesjährigen Ehrenamt. Da wurde ein Vorständler des Blindenverbandes genauso geehrt wie die engagierte Chefin des Gründerzeitmuseums; ebenso die Jugendlichen, die im afrikanischen Gambia helfen, die Not zu lindern wie auch der Heimatforscher, der Geschichte lebendig werden lässt. Diesem Wirken im Stillen gebührt die wirkliche Ehre und sollte uns Politikern immer wieder von Neuem Aufforderung sein Gleiches zu tun.

Weihnachten – das Fest der Einkehr, der Liebe und der Gemeinsamkeit. Nutzen wir die Stille und Besinnung auch über unser Tun im Jahr Bilanz zu ziehen – nicht nur, was man für sich selbst geschafft hat, sondern auch für andere. Schreiben wir es ein in unser Buch des Lebens, wie es Juden seit tausenden Jahren an ihrem Neujahrsfest Rosh Haschana im Monat Tischri tun.

Bilanzieren heißt aber auch, den Ausblick zu wagen, jemanden für künftig etwas mitzugeben. Daher habe ich mich entschlossen, meinen 10. Jahrestag nicht mit Pauken und Trompeten zu feiern, obwohl ich gute Gründe hätte, vielen meiner freundschaftlichen und kritischen Begleiter der letzten zehn Jahre zu danken – allen voran meiner Familie und meinem Mitstreiter der „ersten Stunde“, dem Bezirksstadtrat Heiner Niemann. Die Pauken und Trompeten möchte ich für die erschallen lassen, die immer unsere Zukunft waren und sein werden – die Kinder unseres Bezirkes. Also kommt einfach am 14. Dezember in die Helle Mitte, der City von Hellersdorf, wo ich vor zehn Jahren begann, mein Laufen als Meister der Bürger zu lernen.

Schöne und erlebnisreiche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht Ihnen, liebe Leser,

Ihr Uwe Klett


Uwe Klett ist seit 10 Jahren Chef im Rathaus
Deshalb lädt er alle Kinder ein Großes Kinderfest
Mittwoch, 14. Dezember 2005
14 bis 17 Uhr, Helle Passage in Helle Mitte
• Wünsche malen
• Pfefferkuchen-Staffellauf mit Hindernissen
• Naschen vom 40 Meter-Schokoladenkuchen
• Mit dabei: Samba-Kids, Clown Tapi, Eddy & Freddy

Beitrag von Die Hellersdorfer
Artikel vom 13.12.2005 - 18:00 Uhr

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