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| Berliner Stadtteilzeitung | |
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Ausgabe 320, 01.02.2006 AUSFLUG IN DEN BARNIM Nur ein Katzensprung zur Storchen-Stadt
Die fünf Dörfer unseres heutigen Stadtbezirkes begleitet eine lange Geschichte in der historischen Landschaft des Barnim. Nur fünf Kilometer östlich von Hellersdorf entfernt liegt Altlandsberg, direkt hinter dem Autobahnring.
Im vorigen Jahr beging die Stadt ihr 775-jähriges Jubiläum. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Ort leider nur per Umweg über Hoppegarten erreichbar.
Störche seit 109 Jahren Den Rundgang durch Altlandsberg beginnen wir am Alten Markt. Das spätklassizistische Stadtensemble entstand nach dem letzten großen Stadtbrand von 1854 und wurde in den vergangenen Jahren restauriert. In der Strausberger Straße treffen wir auf das Wahrzeichen der Stadt, den Storchenturm. Seit 1897(!) bis heute nistet hier jedes Jahr ein Storchenpaar. Die treuen Vögel sind inzwischen zum Wappentier der Stadt geworden.
Stadtauswärts erkennen wir den früheren Bahnhof. Bis in die fünfziger Jahre fuhren hier Züge nach Hoppegarten mit Anschluss an die S-Bahn. Vor uns liegt das Scheunenviertel, das mehr als 40 zum Teil rekonstruierte Scheunen, ein für Brandenburg einmaliges Ensemble. Die Scheunen der Ackerbürger befanden sich früher in der Stadt, was oft zu verheerenden Bränden führte, bis die preußische Feuerschutzordnung mit dieser Praxis Schluss machte.
In Nähe des früheren Strausberger Tors befindet sich das „Armenhaus“ – 1829 als Unterkunfts- und Verpflegungsstätte für Hilfsbedürftige erbaut. Durch eine Mauerlücke und dann nach rechts durch die ehemalige Gasse der Nachtwächter geht es in die Altstadt zurück.
Eichenholz von 1250 An Stelle der Stadtkirche befand sich Anfang des 13. Jahrhunderts eine Burg, strategisch günstig an der Straße von Köpenick nach Wriezen gelegen. Schließlich lagen Askanier und Wettiner damals in Dauerfehde. Bei der Untersuchung der Fensterrahmen stellten Historiker fest, dass die dafür verwendeten Eichen im Jahr 1250 gefällt wurden! Ab 1500 wurde die Basilika zur Hallenkirche umgebaut. Aus dem Jahr 1600 stammt die Holzkanzel.
Ein Kleinod stellen die Evangelistenfiguren in den Nischen der Kanzel dar. Das älteste Inventar in der Kirche aber ist der Taufstein aus der Zeit um 1500. Die Familiengruften derer von Schwerin und von Krummensee sind leider nicht zugänglich. 13 Särge sollen sich dort befinden. Wer „Kahlbutz“ kennt, wundert sich nicht: Auch Otto I. von Schwerin soll lange Zeit nicht verwest sein. Regelmäßig finden Orgelkonzerte in der Kirche statt – das Gewölbe des Mittelschiffes sorgt für eine hervorragende Akustik.
Am Platz des früheren Schlosses bauten die von Krummensee ab 1414 Teile der Burg in ein Schloss um und nach dem Dreißigjährigen Krieg ließ Otto I. von Schwerin wiederum ein neues Schloss errichten. Anfang des 18. Jahrhunderts ging Altlandsberg in den Besitz des Preußenkönigs Friedrich I. über. Er ließ eine prunkvolle Barockresidenz mit Park errichten. Vom Schloss selbst sind nur überwucherte Fundamentreste sowie Pfeiler des Portals an der Krummenseestraße erhalten.
Wir folgen den Wallanlagen entlang der mittelalterlichen Stadtmauer. Am Gelände des früheren Pestund Armenfriedhofes erreichen wir den Berliner Torturm am Südende der Altstadt..
Alte Baumriesen
Nebenan im früheren Hospiz der reformierten Gemeinde lädt ein kleines, interessantes Heimatmuseum zum Besuch ein. Weiter geht es entlang des Walls, jetzt unter alten Baumriesen. In der Klosterstraße befindet sich an Stelle des Klosters die 1872 erbaute Stadtschule. Früher wurden hier Viehmärkte abgehalten, die breite Straße erinnert noch daran. Am Alten Markt haben wir wieder den Ausgangspunkt erreicht.
Frank Beiersdorff
Unser Autor Frank Beiersdorff organisiert Wanderungen in der Region, Tagesausflüge mit Kleinbussen in Brandenburgische Gefilden und lädt in Hellersdorf zu heimatkundlichen Vorträgen ein. Telefon 993 85 21 oder per Funk unter 0171/793 09 18.
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Artikel vom 01.02.2006 - 17:06 Uhr |
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