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| Berliner Stadtteilzeitung | |
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Ausgabe 321, 01.03.2006 Mega-schlampig Kurt-Weill-Platz und drei weitere Helle-Mitte-Standorte noch immer unfertig
Es gibt viele Straßen und Plätze in Hellersdorf mit den Namen von Künstlern, die zur Nazizeit emigrieren mussten. Man hat es geschafft, an sie zu erinnern über die Zeit hinaus. Einer von ihnen ist der Musiker Kurt Weill.
Gemeinsam mit Bertolt Brecht schuf er die berühmte „Dreigroschenoper“. Wer kennt nicht den Song „Und der Haifi sch, der hat Zähne …“. Wunderbar, genau in der Mitte des Bezirkes gibt es neben dem Fritz-Lang-Platz auch den Kurt-Weill-Platz. Achtlos bin ich an der Einöde oft vorbeigefahren, nicht wissend welch großer Name diese Brache eigentlich trägt.
Bewohnerinnen würden mithelfen Im Umfeld wohnen seit Jahren sechs Frauen, die diese Art von Gleichgültigkeit nicht mehr hinnehmen möchten. Sie haben recherchiert, wem dieses Stück Land gehört. Die einen erfuhren per Amtsbrief, dass dieses Stück Land nicht Eigentum des Bezirkes ist, die anderen behaupten, vom Bürgermeister erfahren zu haben, es gehöre dem Stadtbezirk. Eigentlich ist es ihnen egal. Sie wünschen sich nur, dass diese Brache ein kleiner Park wird mit Sträuchern und Bänken, wo vor allem für Anwohner ein Platz an der Sonne möglich ist. Sie mögen den Beifuß nicht sonderlich, die einzige Pfl anze auf dem Terrain, die einigen schon eine Allergie beschert hat. Die Bewohnerinnen sind offen für alles und würden auch gern mithelfen, wenn es um die Gestaltung des Platzes geht – aber noch mehr wünschen sie sich eine würdige Ehrung für Kurt Weill. Sie hoffen nun endlich, dass einer mal wirklich sagt, wem das Areal gehört und er endlich mal aus dieser wahrlich kleinen Wüste einen kleinen Garten Eden macht. E.G.
Insolvenzverwalter sind informiert Anfrage unserer Redaktion beim Bezirksamt: Der Kurt-Weill-Platz befi ndet sich „zurzeit nicht im Eigentum des Bezirkes“. Für die Fläche sei der Vermögensverwalter der Pleite gegangenen MEGA zuständig. Der Kurt-Weill-Platz ist einer der vier Stadtplätze im Bereich Helle Mitte, den die MEGA AG im Zuge der Entwicklung des Hellersdorfer Zentrums entsprechend den vertraglichen Verpfl ichtungen zu gestalten gehabt hätte. (Eine Tatsache, die so ziemlich jedem Hellersdorfer das Messer in der Tasche aufgehen lässt). In einem Brief von Mitte November 2005 wendet sich die Abteilung Ökologische Stadtentwicklung an das Insolvenz verwaltende Rechtsanwaltsbüro, auch mit Nennung der „Frauen-Initiative“. Stadtrat Dr. Heinrich Niemann erklärte sich gegenüber der „Hellersdorfer“ bereit, mit den engagierten Bürgerinnen zu sprechen. Auch er und viele Amtsmitarbeiter bedauern die unfertigen Zustände und ringen um Lösungen. Die schlampigen Hinterlassenschaften der MEGA AG auszubügeln, ist leider nur in kleinen Schritten machbar. Bisher ist für 2006 vorgesehen, mit Hilfe der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung weitere Mittel für Landschaftsbaumaßnahmen im Stadtteilpark am U-Bahnhof Hellersdorf und auf dem Peter-Weiss- Platz einzusetzen. Das vierte MEGA- Stiefkind unter den Freifl ächen von Helle Mitte, der Kokoschkaplatz, hat derzeit noch keine Aussichten auf Verschönerung.
Ute Bekeschus
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Artikel vom 01.03.2006 - 17:06 Uhr |
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