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Berliner Stadtteilzeitung




Ausgabe 338, 01.08.2007
Durch Volksbegehren zum Wahlpfl ichtfach?



Seit 2001 lädt der CDU-Kreisverband zum „Dialog Wuhletal“ ein. Diese Treffen zeichnen sich aus durch interessante Gäste und anregenden Gesprächsstoff.


Im Juli diskutierten zum Thema „Ethik und Werteunterricht in Berlin“ Martin- Michael Passauer, Generalsuperintendent für den Sprengel Berlin und Wilfried Seiring, Direktor des Ausbildungsinstituts für Humanistische Lebenskunde.

Passauer und mit ihm die Berliner Christdemokraten wollen den Berliner Senat zwingen den Religionsunterricht mit dem gerade eingeführten Pflichtfach Ethik gleichzustellen, so dass Schüler und Eltern im Rahmen eines Wahlpflichtfachs eine Alternative erhalten. „Pro Reli“ bereitet derzeit ein Volksbegehren vor.

Wilfried Seiring als Befürworter der jetzigen Regelung führte an, dass 66 Prozent der Berliner nicht religiös sind. Zu den 16 verschiedenen Konfessionen zählen eine wachsende Zahl jüdischer Schüler aus Russland und katholischer Schüler aus Polen. Im Ethik-Unterricht bleibt die ganze Klasse zusammen, während im Fall von Wahlpfl ichtfächern die Klasse aufgeteilt würde und somit jede Gruppe für sich wäre. Gerade aber bei steigender multikultureller Zusammensetzung sollten, so Seiring, Schüler voneinander über Kultur und Religion lernen. Miteinander zu diskutieren, den anderen zu respektieren in seinem Anderssein, den anderen aushalten zu können sei ein wichtiges Anliegen des Ethikunterrichtes, der von der 7. bis 10. Klasse zwei Stunden in der Woche stattfindet. Der Unterricht hält natürlich einen Anteil christliche Religionskunde vor, aber das Bekenntnis zum Glauben sollte privat bleiben. „Religionslehrer haben“, sagte Wilfried Seiring, „immer einen Missionsauftrag“. Ethiklehrer hingegen, die nach ihrer persönlichen Meinung gefragt werden, müssen diese auch als solche kennzeichnen.

Die christlichen Kirchen, daran ließ Martin-Michael Passauer keinen Zweifel, werden weiter für eine Etablierung ihrer Religionslehre streiten, denn eine freiwillige Christenlehre außerhalb der Schulzeit erreicht nicht so viele Schüler wie im Rahmen eines Unterrichtes. Allerdings gibt es jetzt schon Spielräume: An über 50 Berliner Oberschulen bestehen Kooperationen, so dass zum Beispiel die Hälfte des Wochenunterrichtes speziell auf Bibel und Lehre Jesu ausgerichtet ist.

Ute Bekeschus

Beitrag von Die Hellersdorfer
Artikel vom 01.08.2007 - 11:30 Uhr

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