Themenbereiche

Startseite Die Hellersdorfer Webcam Karte

Berliner Stadtteilzeitung




Ausgabe 338, 01.08.2007
Anwohner gegen Wasserskianlage
Alternativ zum Vorhaben Elsensee das Wernerbad wieder beleben!?


Im Juli hatte der Mahlsdorfer Mario Czaja, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses zu einer Protestveranstaltung gegen die auf dem Elsensee geplante Wasserski-Anlage eingeladen.


Im Podium saßen als Befürworter und politischer Erbe Norbert Lüdtke (DIE LINKE), seit Herbst 2006 Stadtrat für Ökologische Stadtentwicklung und als Gegner Stadtrat Christian Gräff (CDU) sowie der Amtsleiter des Natur- und Umweltamtes Bernd Schütze. An die hundert Bürger suchten an diesem Abend den Versammlungsort auf. Und mehr als 400 Bewohner des Siedlungsgebietes gehören zur Bürgerinitiative Elsensee, die sich seit fast acht Jahren gegen das Vorhaben wendet.

Zur Geschichte
Kurz nach der Kommunalwahl 1999 hatte das Bezirksamt unter Dr. Uwe Klett und Dr. Heinrich Niemann beschlossen den Elsensee in Mahlsdorf, aus dem einst Kies geschürft wurde, für Volksvergnügen freizugeben – teils Wasserski, teils Baden. Die Idee dabei war, das benachbarte Landschaftsschutzgebiet Kaulsdorfer Seen zu entlasten, wo alljährlich Tausende illegal aber behördlich geduldet baden. Der Elsensee soll die Kauli-Fans umlenken, der Investor rechnet mit 800 bis 1.000 Saisonbesuchern täglich. Doch bis überhaupt die ersten Bauleute anrücken muss er noch jede Menge Hausaufgaben machen.

Gegenargumente
Auf eine Anfrage im April 2007 des Abgeordneten Stefan Ziller (Bündnis 90/Die Grünen) antwortete der Senat, dass es sich beim Elsensee um ein geschütztes Biotop handelt, teils mit streng geschützten Arten. Geschützte Lebensstätten befinden sich vorwiegend im nördlichen und westlichen Bereich des Plangebietes, heißt es auch in einer Antwort des Bezirksamtes auf eine Anfrage der FDP-Fraktion Marzahn-Hellersdorf. Und die Bürgerinitiative zählt über 30 Brutvogelarten auf sowie geschützte Insekten, Fledermäuse und Amphibien wie zum Beispiel Kreuzkröte und Ringelnatter. Auf Initiative der BVV-CDU-Fraktion wurde 2006 ein einjähriges Vegetationsgutachten abgefordert, das zurzeit durch das Natur- und Umweltamt geprüft wird.

Doch selbst unter dem Aspekt des Naturschutzes, dem in Deutschland große Bedeutung beigemessen wird, scheint eine Sondergenehmigung für ein fröhliches Treiben am Elsensee möglich, vor allem wenn das Argument des „Gemeinwohls“ (für Menschen) zieht – das Bezirksamt bereitet derzeit eine solche Sondergenehmigung vor. Die Region Berlin-Brandenburg gehört jedoch zu den seenreichsten Regionen Europas, gleich hinter der Stadtgrenze und in Nachbarbezirken gibt es diverse Bademöglichkeiten.

Die Bürgerinitiative thematisiert verschiedene Konsequenzen, unter anderem den dann fälligen Straßenbau und einzurichtende Parkplätze. Außerdem: Viele Anlieger-Haushalte des Elsensees sind nicht an das städtische Trinkwassernetz angebunden und beziehen ihr Wasser direkt aus dem Grundwasser, das sie durch die Freizeitanlage hygienisch gefährdet sehen.

Nur ein Freibad zu betreiben scheint sich heutzutage nicht zu rechnen, insofern ist das unternehmerische Interesse an einer Wasserskianlage verständlich. Doch „im Randberliner Raum gibt es bereits vier solcher Anlagen, zum Beispiel in Bad Saarow und Großbeeren“, gibt Mario Czaja (CDU) zu bedenken. „Es könnte sogar passieren, dass auf dem Elsensee zwar Wasserski möglich ist, aber dort nie gebadet wird und der gut gemeinte Ursprungszweck hinfällig wird“. In so einem Fall hätte das Bezirksamt laut Auskunft von Experten keine Handhabe. Czaja ist auch deswegen strikt gegen das Vorhaben.

Die FDP-Fraktion Marzahn-Hellersdorf möchte als kleines Volksbegehren einen Einwohnerantrag an die BVV richten, der die Wasserskianlage sowie den Badesee unmöglich machen soll. Dafür sind 2.500 gültige Stimmen notwendig. Einen Antrag für die FDP-Aktion kann man herunterladen unter www. kein-wasserski.de, außerdem auch auf der Website der CDU Wuhletal unter www.kein-wasserski-inmahlsdorf. de.

Und das Wernerbad?
Reden wir über das, was bereits da ist. Schon die fünfte Saison ist das Wernerbad-Gelände verwaist, denn hygienische und bauliche Erfordernisse zwangen 2003 zur Schließung. Ein Versuch vor zwei Jahren wenigstens eine Freizeitanlage ohne Planschen und Schwimmen anzubieten scheiterte kläglich. Bislang gehört das Grundstück Wernerbad formal dem Bezirk. Laut Gesetz von 2006 muss es an die Berliner Bäderbetriebe abgegeben werden. Bäderchef Klaus Lipinsky äußerte in einem internen Gespräch, dass sein Unternehmen ein vitales Interesse daran hat, den Badebetrieb im Wernerbad in zuverlässige Hände zu geben.

Ute Bekeschus

Beitrag von Die Hellersdorfer
Artikel vom 01.08.2007 - 11:35 Uhr

 Impressum  |   Kontakt  |   2000-2010 marzahn-hellersdorf.netTop


mehr zum Erholungspark hier...
 Interne Suche
 Neue Links
 Grüner Stadtplan
Kartenziel auswählen:
 Seite wird gehostet durch
Jugendnetz-Berlin