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Berliner Stadtteilzeitung




Ausgabe 345, 01.03.2008
Bald wächst ja Gras drüber



Mach‘s gut, altes Haus? – das ehemalige Volkshochschulgebäude in der Tangermünder Straße wurde vor gerade mal anderthalb Jahrzehnten gebaut. Und wird jetzt abgerissen.


WARUM der Abriss erfolgt und WAS mit der Fläche vorgesehen ist konnte der Praktikant der „Hellersdorfer“ innerhalb eines Arbeitstages von morgens bis zum frühen Abend nicht erfahren, trotz mehrerer Telefonate. Das Baustadtratsamt verwies an das Schulamt, das Schulamt an die Serviceeinheit Immobilien des Bezirksamtes. Dort nahm man die Fragen sehr freundlich auf und dann war‘s still. Nach Rückruf Stunden später durch die Redaktion verwies man auf die Pressestelle des Bezirksamtes. An diese sollten wir die Fragen schriftlich einreichen, auch zur Vorlage für die Bürgermeisterin.

Und das alles weit nach Redaktionsschluss, dummerweise. Medienleute kennen solch bürokratisches Vorgehen leider auch aus vielen Bereichen der Wirtschaft (besonders aalglatt dann die angefragten Antworten von Konzernen).

WIESO, WESHALB, WARUM? WER VIEL FRAGT BLEIBT DUMM. Wie kommen bloß die Kollegen von den Tageszeitungen zügig an ihre Informationen? Die Drucker jedenfalls werden nicht warten. E.-T. Zur Ehrenrettung des Bezirksamtes sei berichtet, dass die Antwort am nächsten Morgen vorlag, gerade noch rechtzeitig, um den Produktionsablauf der „Hellersdorfer“ nicht zu gefährden. Der Absender: die Serviceeinheit Immobilienmanagement!, bei der hatte unser Praktikant ja bereits angeklingelt. Herr Landmann schreibt: „ … Mit dem Ausbau des neuen Standortes der VHS an der Cottbusser Straße wurde das Gebäude nicht mehr benötigt. Da eine Vermarktung des Gebäudes nicht in Aussicht stand, wurde das leer stehende Gebäude … nun abgerissen. Der Abriss soll in der ersten Märzwoche abgeschlossen werden, anschließend wird die Fläche noch eingeebnet und durch Grasaussaat begrünt …“

Eine Vermarktung des Gebäudes stand sehr wohl an, so jedenfalls sehen das die Autoren unter www. helle-promenade.de. Ein „langjähriger Betreiber von Wohngebäuden im Norden des Bezirkes“ habe seinerzeit Interesse bekundet, sein Wohnangebot im Kiez durch den Ausbau von sozialen, altersgerechten Wohnungen für Empfänger durchschnittlicher Renten zu ergänzen. Er hätte eine sechsstellige Summe gezahlt. Die Bezirksverwaltung habe 2005/06 gegenüber dem „gutwilligen mittelständischen Wohnungsbetreiber mit einem Verkehrswert des ehemaligen Schulgebäudes operiert, der einem preußischen Prinzenschlösschen alle Ehre gemacht hätte“, schreiben die Kiezredakteure. Nur ein Jahr später sei das Gebäude als völlig marode charakterisiert worden. Doch wozu die ganze Aufregung? Jetzt wächst ja GRAS über die Sache.

be

Beitrag von Die Hellersdorfer
Artikel vom 01.03.2008 - 21:21 Uhr

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